Operation statt Brille?

Die Aussicht scheint verlockend: Mit Laserlicht sollen Fehlsichtigkeiten so gut korrigiert werden, dass die Brille überflüssig wird. Tatsächlich ist die Behandlung in wenigen Fällen sinnvoll, in den meisten ist sie dagegen nicht zu empfehlen, wie beispielsweise bei instabiler Kurzsichtigkeit, bei Fehlsichtigkeiten, die sich in letzter Zeit um mehr als 10 bis 20 Prozent verändert haben, bei Benetzungsstörungen der Hornhautoberfläche, bei Vorliegen eines Grauen Stars oder in der Schwangerschaft.

Eine exakte Korrektion mit 0 Dioptrien Abweichung, wie sie mit einer Brille möglich ist, kann die refraktive Augenchirurgie in der Regel nicht leisten. Es können sich auch nachoperative Störungen einstellen. Eine Brille dagegen lässt sich zudem veränderten Bedingungen flexibel anpassen, sie garantiert höchste Präzision und ist einfach zu handhaben. Dasselbe gilt auch für Kontaktlinsen.

 

 

Hier finden Sie einige Auszüge aus Fachartikeln zum Thema Laser-OP am Auge

Rate der Misserfolge nach Laser-Korrektur des Auges nicht zu vernachlässigen

(22.04.03) Eine neue amerikanische Studie zeigt: Besonders bei älteren Patienten sind häufig Nachoperationen nötig!

Die sog. Laser in-situ Keratomileusis (LASIK), ein laser-chirurgisches Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dabei wird zunächst mit einem Mikrokeratom ein dünner Hornhautlappen abgelöst und umgeschlagen. Danach wird mittels Laser die Hornhaut soweit abgetragen, bis die richtige Brechkraft erreicht wird. Anschließend wird der Hornhautdeckel wieder über in seiner ursprünglichen Position platziert, wo er sich von selbst festsaugt und nach und nach festwächst. Besonders private Anbieter beschreiben den Eingriff als unproblematisch und sehr erfolgreich.

Dabei ist die Misserfolgsrate keinesfalls gering, häufig sind Nachoperationen nötig. Eine neue Studie untersuchte die Häufigkeit von Nachkorrekturen bei 1.308 Patienten bzw. 2.485 operierten Augen und dokumentierte erneut notwendige Korrekturen in 10,5% der Fälle, in Zahlen betraf dies 288 Augen von 233 Patienten. Bei drei Patienten waren sogar zwei Nachoperationen nötig.

Die Notwendigkeit für eine erneute Korrektur ist offensichtlich von der ursprünglichen Diagnose und vom Alter der Betroffenen abhängig. War bei 12,1% der wegen Kurzsichtigkeit operierten eine LASIK-Korrektur erforderlich, so lag die Zahl für Weitsichtige bei nur 6,2%. Darüber hinaus stieg das Komplikationsrisiko mit dem Alter der Patienten. Wurde für die 18-40-Jährigen nur in 5-9% der Fälle ein erneuter Eingriff notwendig, stieg diese Zahl bei den über 40-Jährigen auf 14%. Weitere Risikofaktoren, bei denen überdurchschnittlich häufig nachkorrigiert werden musste, waren eine sehr hohe Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). <BR<
Peter Hersh vom Hackensack University Medical Center und der New Jersey Medical School, New York, forderte angesichts der Studie, dass der Patient auf dieses Risiko deutlich hingewiesen werden müsse. Positiv für die Nachoperationen wäre die Tatsache zu werten, dass nur in 3% der Fälle erneut ein Hornhautlappen geschnitten werden musste, bei den meisten Patienten könne also der Ursprüngliche erneut abgehoben werden

 

LASIK nur teilweise erfolgreich

(27.06.2003) LASIK-Operationen können nicht in allen Fällen eine Brille ersetzen. Dies ergaben zwei Studien, die in Mainz und Mannheim durchgeführt wurden.

Nach beiderseitigem Eingriff waren lediglich 71 % (Mainz) beziehungsweise 73 % (Mannheim) der Patienten auf keine Sehhilfe mehr angewiesen. Bei 31 % beziehungsweise 13 % war eine LASIK-Nachbehandlung erforderlich. Dies ist einer aktuellen Publikation über "Refraktiver Nutzen und inkrementelle Kosten der LASKI" zu entnehmen, die in den "Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde" 2003, 220: 320-325 veröffentlicht wurde.
 

 

Verlust von Tiefensehschärfe durch Laser-Chirurgie

(31/01/03) Einer Studie von Sherry L. Fawcett von der Retina Foundation von Southwest Dallas zu Folge verloren der Großteil der Patienten, an denen ein Monovision-Lasik-Eingriff vollzogen wurde, deutlich an Tiefensehschärfe oder wenigstens an Fähigkeit zur Tiefen-Feinunterscheidung.

Dies zeigte sich jedoch in erster Linie bei Monovisions-Eingriffen. Bei einer Behandlung beider Augen ergab sich nur ein geringer bis moderater Rückgang. Bei der Korrektion höherer Anisometropien hingegen zeigte sich ein erheblich stärkerer Verlust an Stereopsis - sogar ein postoperatives Auftreten von Augenstellungsfehlern blieb nicht aus.

 

 

 

Quelle: Kuratorium Gutes Sehen

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