Aufbau und Funktion des Auges

Augenhöhle (= Orbita)

Die knöcherne Augenhöhle wird von insgesamt sieben aneinandergrenzenden Schädelknochen gebildet. Die Augenhöhle hat einige Öffnungen nach hinten und unten, durch die Nerven und Gefäße ziehen. Der Augapfel selbst, also der Teil, den man umgangssprachlich als Auge bezeichnet füllt ca. 1/5 der Augenhöhle aus. Der Rest wird durch Fett- und Bindegewebe, Muskeln, Nerven und Gefäße ausgefüllt.

 

Augenmuskeln

Es gibt vier gerade und zwei schräge Augenmuskeln. Sie setzen jeweils oben, unten, links und rechts, sowie schräg außen oben und unten am Augapfel an und sind für seine Bewegung in alle Blickrichtungen zuständig.
 

Lider

Das Ober- und das Unterlid sind zwei bewegliche Hautfalten, deren wichtigste Aufgabe der Schutz des Augapfels ist. Die Lider schließen sich reflektorisch bei einfallenden Fremdkörpern und bei starker Blendung. Auch die Brauen und Wimpern verhindern, dass Staub und Schweiß ins Auge gelangen. Darüber hinaus sorgen die Lider durch regelmäßigen, unwillkürlichen Lidschlag für einen gleichmäßig auf der Hornhaut verteilten Tränenfilm. An den Lidkanten sitzen Talgdrüsen, die einen Teil des Tränenfilms bilden. Diese Drüsen können sich entzünden und sich dann zu sogenannten Gersten- oder Hagelkörnern entwickeln.
 

Tränenapparat

Der Hauptanteil der Tränen wird durch die außen unter dem Oberlid gelegene Tränendrüse produziert. Etwa 1% der Tränenproduktion entfällt auf zusätzliche Tränendrüsen, die vorwiegend in der Bindehaut liegen. Über zahlreiche Ausführungsgänge gibt die Tränendrüse ihr wässriges Sekret ab, das durch die Wischbewegung der Lider auf dem Augapfel verteilt wird. Die Tränen sammeln sich im inneren Lidwinkel. Sie werden über die Tränenpünktchen (Puncti lacrimales) aufgenommen und durch die Tränenröhrchen (Canaliculi lacrimali) nach Vereinigung zu einem gemeinsamen Kanal (Canalis communis) in den Tränensack geleitet. Am unteren Ende besitzt der Tränensack einen Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis), der in der Nasenhöhle unter der unteren Nasenmuschel endet. Der Mensch bildet täglich etwa 2-4 ml Tränenflüssigkeit. Die Tränensekretion nimmt im Alter stark ab.

 

Bindehaut (= Konjunktiva)

Die Bindehaut kleidet den Raum zwischen Lidern, Augapfel und Augenhöhle aus. Sie geht einerseits in die Lidkante über, andererseits in die Hornhaut. Die Bindehaut stellt neben den Lidern einen zweiten Schutzwall gegen das Eindringen von Keimen und Fremdkörpern dar. Hierbei spielen vor allem die Abwehrfunktionen durch bestimmte Bakterien tötende Zellen und Körperflüssigkeiten eine Rolle. Die Bindehaut ist eine Schleimhaut.

 

Hornhaut (= Kornea)

Die Hornhaut ist ein klares Gewebe ohne Gefäße. Als transparentes, gleichmäßig gewölbtes Fenster ist sie der wichtigste Teil des lichtbrechenden Apparates des Auges. Die Hornhaut des Erwachsenen ist im Zentrum ca. 0,6 mm dick, im äußeren Bereich ca. 0,8 mm. Sie weist einen Durchmesser von etwa 11,5 mm auf.
 

Lederhaut (= Sklera)

Die weiße Lederhaut sorgt für die Stabilität des Augapfels. Sie besteht aus Kollagen und elastischen Fasern.
 

Vordere und hintere Augenkammer

Die Vorderkammer ist der Raum zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut bzw. Linse, die Hinterkammer ist der Raum zwischen Regenbogenhaut und Glaskörper. Beide Räume enthalten das Kammerwasser.
 

Kammerwinkel

Der Kammerwinkel wird von der Hornhaut und der Regenbogenhaut gebildet. Hierin liegen das Maschenwerk (Trabekelwerk) als Filtersystem und der sogenannte Schlemmsche Kanal als Abflusssystem für das Kammerwasser, das dann in kleine Venen dem Blutsystem zugeführt wird.
 

Linse

Linse und Hornhaut sind für die Bündelung der Lichtstrahlen und für die scharfe Abbildung auf der Netzhaut verantwortlich. Die Linse verändert (durch Muskelkraft) ihre Form und damit ihre Brechkraft. Diesen Vorgang nennt man Akkomodation. Das ist möglich, weil die Linse  durch Linsenaufhängebänder (Zonulafasern) mit dem Strahlenkörpermuskel verbunden ist. Mit Abnahme der Elastizität im Alter nimmt auch die Akkomodationsfähigkeit ab, weshalb dann eine Lesebrille benötigt wird. Die Linse besteht aus transparentem Gewebe. Die Eiweiße in der Linse kondensieren im Alter und können damit zu einer zunehmenden optischen Verdichtung der Linse und damit zum sogenannten grauen Star führen.
 

Glaskörper

Der Glaskörper füllt 2/3 des Augapfels aus und ist mit seiner geleeartigen Konsistenz für den Erhalt der Form mitverantwortlich. Der Glaskörper ist normalerweise transparent und ermöglicht dadurch eine gute optische Abbildung. Er besteht zu 98,5% aus Wasser. Im Alter kann sich die gleichmäßige Struktur des Glaskörpers verändern. Dann kommt es zu unregelmäßigen Verdichtungen, die der Mensch als "fliegende Mücken" oder ähnliche flusenartige Gebilde wahrnimmt, die umherwandern, wenn sich das Auge bewegt. Dies kann das Sehen leicht beeinträchtigen.
 

Regenbogenhaut (= Iris)

Die wichtigste Aufgabe der Iris ist die Regulierung des Lichteinfalls im Sinne einer Blende. Die Iris hat ein zentrale, runde, bewegliche Öffnung, die Pupille. Durch zwei Muskeln kann sich die Pupille verengen oder erweitern. Der Pigmentgehalt der Iris bestimmt ihre Farbe: Blaue Augen sind wenig pigmentiert, braune Augen sind stark pigmentiert.

Strahlenkörper (= Ziliarkörper)

Der Strahlenkörpermuskel ermöglicht einerseits die Formveränderung der Linse, andererseits kann er den Kammerwasserabfluß über den Schlemmschen Kanal beeinflussen. Die äußere Schicht des Strahlkörpers produziert das Kammerwasser und gibt es ins Auge ab.

Aderhaut (= Chloride)

Die mittlere Schicht der Augapfelwand ist die Aderhaut. Sie besteht vorwiegend aus Gefäßen und stellt damit das am stärksten durchblutete Gewebe des Körpers dar. Die Aderhaut sorgt für die Ernährung der äußeren Netzhaut. Durch ihre Pigmentierung verhindert sie störendes Streulicht.
 

Netzhaut (= Retina)

In der Netzhaut liegen die Photorezeptoren, die durch die Aufnahme von Licht- 
und Farbreizen das Sehen ermöglichen. Die Photorezeptoren unterteilen sich in Zapfen und Stäbchen. Die insgesamt 6,5 Millionen Zapfen dienen dem Farbensehen bei Tag, die insgesamt 120 Millionen Stäbchen dem Schwarz-Weiß-Sehen bei Dunkelheit. Über verschiedene Schaltstellen und Nervenfasern in der Netzhaut werden die Signale der Photorezeptoren über den Sehnerven an die Sehbahn im Gehirn weitergeleitet.
Das Zentrum der Netzhaut, die sogenannte Makula oder "gelber Fleck", ist der funktionell wichtigste Anteil der Netzhaut. Die Makula ist für das hohe Auflösungsvermögen und das Farbensehen verantwortlich. Hier ist die Rezeptorendichte am höchsten, sie gilt als Bereich des schärfsten Sehens.

Sehnerv

Die ca. 1,2 Millionen Nervenfasern der Netzhaut treffen sich im Sehnervenkopf. Durch eine kurze, runde, siebartige Öffnung in der Lederhaut treten sie in Bündeln aus und vereinen sich zum Sehnerven. Der Sehnerv verläuft 25 bis 40 Millimeter innerhalb der Augenhöhle und 10 bis 15 Millimeter innerhalb des Schädels, bevor sich beide Sehnerven vereinen und kreuzen, um dann ins Gehirn einzumünden.

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